Lutz’ Inventionen

Neue Stücke für’s Piano

An dieser Stelle möchte ich in loser Folge meine Kompositions-Versuche zur Verfügung stellen. Mein Klavierlehrer ist zumindest angetan; ich hoffe natürlich, dass es Anderen ebenso geht.

Übrigens, ich freue mich auch über Rückmeldungen. Bitte schreiben Sie an: lutz.gіrard@hеrzоvіsіоn.dе.
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Apart #12, Fuge, Variation #7.5


Capella
d-moll
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MIDI (normal)

MIDI (langsam)

Die ersten 4 Takte führen in das Thema ein. Sie bestehenden aus dem Motiv, den 4/4 Noten im ersten Takt, das, wenn man es hört, praktisch nach Fortspinnung in den Takten 2, 3 und 4 drängt und am Ende von Takt 4 als Sequenz abschließt. Die zweite Stimme in der ersten Zeile gehört eigentlich nicht zur Fuge und dient nur zur Untermalung für die Themaeinführung. Das ist zwar trivial, hat aber gleich eine Besonderheit: Es ist nicht eine einfache Harmonisierung; das ist der letzte Takt der Sequenz, nur eine Oktave tiefer.

Ab Takt 5 wird es dann interessant. Die zweite Stimme ist einfach die Zusammenführung der Takte 1 bis 4. Und jetzt wird es noch spannender. Die erste Stimme ist praktisch die Sequenz aus der Einführung, allerdings in 1/8 Noten, also mit doppelter Geschwindigkeit. Sie beginnt auf 3/4 im 5. Takt. Das ist absolut verblüffend, dass eine Tonfolge mit doppelter Geschwindigkeit und zeitlich versetzt, hinreichend Harmonie zur andere Stimme in halber Frequenz hat. Das ist überhaupt nicht typisch. Ich kenne auch dafür keine Regel, obwohl das irgendwie nach einen Algorithmus riecht. Das ist eher experimentell gefunden. Der Kontrapunkt musste nur noch am Anfang und am Ende passend ergänzt werden um 4 Takte zu füllen.

Ab Takt 9 ist dann die Umkehrung mit einer echten dritten Stimme. (Ein weiterer Versatz!)

Ab Takt 13 dann noch mal zweistimmig und Umkehrung vor dem regulären Sequenzende im Takt 16, auf 3/4 und 4/4. Das hat im Übergang einen ganz interessanten Charakter.

Ab Takt 20 starte ich einen neuen Abschnitt, den ich einfach mal Fantasie nenne. Das sind auch nur die ersten 4 Achtel aus dem original Motiv und dem Kontrapunkt dazu. Ich laufe mit dem Motiv einfach in Schritten einer Quinte die Tonleiter hoch. Jeder Zeilenüberlauf wird durch Umkehrung eine Oktave heruntergenommen. Das ist identisch mit eine Quinte hoch, danach eine Quarte runter und wieder eine Quinte hoch, usw.

Ab Takt 24 geht das Ganze wieder herunter, wobei zusätzlich die Achtel 1 bis 4 aus der Oberstimme mit den Achteln 1 bis 4 aus der Unterstimme vertauscht werden. Wieder gibt das einen neuen harmonischen Eindruck.

Im Takt 26, wenn der Abstieg das 'a' erreicht, also die Dominante von der Grundtonart d-moll nach a-moll, kommt die Sequenz mit Umkehrung wie ab Takt 13, eben nur in a-moll. Mit Tonartwechsel wird ein Stück abwechslungsreicher.

Takt 32: Nach kompletter Durchführung müssen wir wieder auf die Tonika, der Grundtonart d-moll kommen. Das passiert im Takt 32 auf 3 + 4 Achtel. Dazu führe ich einfach über 1 + 1/2 Takte den Abstieg fort, den ich ab Takt 26 unterbrochen hatte, bis wieder d-moll erreicht und mit einer Kadenz, um den Abschluss zu untermalen.

Takt 34: Zum Finale wird die ganze Sequenz vierstimmig, eigentlich nur dreistimmig durchlaufen. Die vierte Stimme ist nur eine Verdoppelung einer Stimme in der Oktave. Das gibt dem Finale mehr Wucht.

Es ist irgendwie faszinierend, dass eine komplexere Musik sich nur durch Kombination von ein- und derselben Grundstruktur zusammensetzt. Das habe ich für das ganze Stück durchgehalten. Es besteht nur aus den Tönen der Oberstimme von Takt 5 bis 8. Eine Tonfolge bzw. einzelne Teile, die zeitversetzt, transponiert um Quinte und/oder Oktave bzw. Umkehrungen und Kombinationen davon, sogar dreistimmig eine neue Harmonien bilden.

Übrigens, das nächste Stücke nach Prinzip: "Kontrapunkt ist die Sequenz in doppelter Frequenz" habe ich schon in Arbeit. Das funktioniert öfter als man denkt…

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Letzte Änderung: 7.6.2008
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